Zukunft unserer Kinder

Kids & Science | 0 Kommentare

Anika Tuengerthal

29. Juni 2021

Zukunftsblick ins Jahr 2040

 Zukunftsprognosen fallen fast ausschließlich negativ aus. Jeder Blick in die Nachrichten konfrontiert einen mit niederschmetternden Aussichten. Ich als Mutter könnte mir eine andere Geschichte vorstellen, eine die Lösungen findet für die Welt in der unsere Kinder einst leben werden. Und so mache ich mich auf den Weg einige dieser schon heute existierenden Lösungen für einige der zukünftigen Probleme unserer Kinder aufzuspüren, um so für sie eine andere Zukunft zu erschaffen.

Zukunftsblick ins Jahr 2040 aus Sicht der heutigen Jugendlichen

Wie könnte die Welt im Jahr 2040 aussehen, wenn wir die besten Strategien nutzen, die es heute schon gibt?

Ich bin Wissenschaftlerin und die kommenden Gedanken sind eine Art wissenschaftlich fundiertes Träumen. 

Der erste Schritt um einen Zukunftsblick zu erhaschen ist, die Generation Kinder von heute zu befragen, wie sie sich ihr Leben in 2040 vorstellen.

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Was wünschen sich Kinder für eine Zukunft? Dies ist ein Ausschnitt aus dem Film „2040 – Wir retten die Welt“.

Ist es genau das was du auch fühlst?

Wie geht es dir, wenn du dir die Ideen von der Zukunft aus Sicht dieser Kinder anhörst? Ist es nicht herzerwärmend, wie klar sie sind? Und wenn du dich umschaust, wie sie heute leben? Geht es dir auch so wie  mir? Ich habe seit dem Jahr 2012 den inneren Ruf mit meinem Wissen Kindern Brücken in unsere gemeinsame hochtechnologisierte Zukunft zu bauen. Bangladesch zum Beispiel ist heute bereits einer der weltweit größten Märkte für Heim-Solaranlagen. Über fünf Millionen ländliche Privathaushalte verfügen dort über eine solche Anlage als primäre Energiequelle. Alle Solaranlagen können miteinander vernetzt werden, so dass sie ihre Energie miteinander teilen. Es ist dadurch eine Art Handel von Energie untereinander möglich. Jeder Kunde kann entscheiden, wann er handeln möchte und wann nicht. Statt große Stromnetzwerke zu errichten, wird dort mit dem Aufbau kleinerer, dezentraler Netzwerke begonnen.

 

Das System ist dabei ziemlich einfach, jeder Haushalt der eine Solaranlage und eine Batterie hat, kann solch einen kleinen Kasten kaufen, wie unten abgebildet. Der verbindet ihn mit anderen Häusern, die die gleiche Ausrüstung haben.

Energieversorgung der Zukunft

Damit können die Menschen in Bangladesch dann Strom herstellen und ihn verkaufen. Und noch besser, diejenigen die sich eine ganze Anlage nicht leisten können, können sich auch einfach nur eine solche kleine Kiste kaufen und sich nur dann Strom kaufen, wenn sie ihn brauchen.

 

Alle Geräte können miteinander verbunden werden zu einem Mikronetz, so entsteht eine Art Vorratskammer mit Gemeinschaftsstrom aus der man etwas nehmen oder hineingeben kann. Viele Mikronetze können sich so zu einem großem Netzwerk verbinden und dann sind sie in der Lage sich an das große Stromnetz anzudocken und eigenen überschüssigen Strom gewinnbringend zu verkaufen. Es wird produziert wo konsumiert wird. Dadurch entsteht ein positiver Geldfluss innerhalb der Netzwerke der bereits aktiven Nutzungsräume. Die Gewinne aus diesem Energienetzwerk verbleiben also in der Gemeinschaft und fließen nicht einem einzelnen großen Energiekonzern zu.

Wie könnte die Welt im Jahr 2040 aussehen, wenn Privathaushalte primäre Energieversorger wären?

Diese Privathaushalte sind somit primäre Energieversorger in ihrem Land und ich kann mir gut vorstellen, wie diese Technologie die Energieversorgung weltweit revolutionieren könnte.  

So könnte also, wenn ich berücksichtige, was es heute schon gibt, die Stromversorgung meiner kleinen Tochter in ihrer Zukunft aussehen. Wie wäre es, wenn die Häuser unserer Kinder im Jahr 2040 zum Wirtschaftskreislauf ihrer Stadt beitragen, wenn ihre Fenster aus Solarglas wären, weil das inzwischen Standard für Neubauten wäre? Unsere Kinder könnten ihre kleine 100% recyclebare Solarbatterie bei Ikea oder Walmart kaufen und mit ihrem überschüssigen Strom handeln, ihn verkaufen oder an Hilfsorganisationen spenden. 

 

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Was wünschen sich Kinder für eine Zukunft? Dies ist ein Ausschnitt aus dem Film „2040 – Wir retten die Welt“.

Das ganze könnte dazu führen, dass viele Länder bis 2040 fast zu 100% erneuerbare Energien nutzen, denn all diese Technologien gibt es schon heute. Und der Bau solcher neuen Netzwerke schafft für viele Menschen neue Arbeitsplätze. Großartig wäre es dabei, wenn in der Phase des Übergangs unsere Kinder, die dann bereits junge Erwachsene sind dafür sorgen, 

dass all die Arbeitnehmer, die heute in den Branchen der fossilen Brennstoffe tätig sind, Unterstützungen und bezahlte Umschulungen erhalten. Das könnte man locker mit den vielen Millionen finanzieren, die täglich pro Minute in die Subventionierung der fossilen Brennstoff Industrien gegeben werden. Leider sind bislang solche Mikronetze in einigen Ländern noch verboten.

Zukunftsblick Weltwirtschaft 2040

Kate Raworth, Ökonomin und Autorin von der Donut Theorie, einem Wirtschaftsmodell, das unseren Planeten nicht zerstört, hat meiner Meinung nach einen großartigen Zukunftsblick. Sie sagt, die Gesellschaft müsse erst erkennen, wie sehr unser Wohlergehen mit dem Überleben und mit der Stabilität unseres Planeten zusammenhängt. Denn dann müssten wir die Donut Theorie automatisch als Herz unseres Wirtschaftens sehen.

So wie die Wirtschaft heute funktioniert, profitiert davon nur 1% der Weltwirtschaft von ihr, was zu einem erheblichen Ungleichgewicht geführt hat. Also brauchen wir eine Wirtschaft, deren Wertschöpfung um ein vielfaches mit denen geteilt wird, die daran beteiligt sind. Auch wenn es albern klingt, vergleicht Kate Raworth diese neue Wirtschaftstheorie mit einem Donut. In dem Loch des Donuts in der Mitte gibt es Menschen, denen es an vielen grundlegenden Dingen fehlt, wie zum Beispiel Nahrung, Wohnraum, Bildung, Wasser, Strom, etc. Es sollen nach ihrer Vorstellung weltweit alle aus diesem Loch herausgeholt werden. Aber es ist schädlich für unseren Planeten, wenn wir über den äußeren Rand des Donuts heraus wirtschaften. Wir würden einen zu großen Druck auf unsere Erde ausüben, durch Klimawandel, Verlust der Artenvielfalt, Luftverschmutzung und zu viel Umwandlung von Waldflächen in Ackerflächen. 

Wir bringen unseren einzigartigen Planeten von dem unser Wohlbefinden abhängt aus dem Gleichgewicht.

Die Ökonomen des letzten Jahrhunderts haben das nicht erkannt. Die Menschheit musste sich damit bislang nie auseinandersetzen und es ist unsere Generation die jetzt dazu aufgefordert ist. Und dazu brauchen wir neue Ideen.

Das wunderbare an den oben erwähnten Mikronetzen ist, dass sie sich hervorragend in die Donut Theorie einfügen ließen. Die Solarenergie hilft schon heute den äußeren Rand wieder herzustellen, bekämpft den Klimawandel und die Luftverschmutzung. Dadurch können im Inneren des Donuts mehr Menschen leben, weil es weniger Krankheiten gibt durch bessere Luft und mehr Bildung, weil die Menschen in Bangladesch nun Licht haben, das in den Abendstunden zum Lesen von Büchern und zum Lernen genutzt werden kann. Es gibt Einkommensgleichheit, da Gewinne im Wirtschaftskreislauf vor Ort bleiben. Und es gibt Vernetzung, weil das Mikronetz Haushalte miteinander verbindet. 

Zukunftsblick Elektromobilität 2040

In den USA sind Straßenfahrzeuge derzeit für etwa 20% der Emission verantwortlich. Dabei werden unsere Umwelt und unsere Nerven ordentlich auf die Probe gestellt. Prognosen besagen, dass bis 2040 weltweit etwa 1 Mrd. Autos dazu kommen. Eine Möglichkeit könnte es sein den PKW Besitz abzuschaffen und auf selbstfahrende Taxis zu setzen. Genau wie der Besitz von CDs oder DVDs oder Langspielplatten von modernen Streaming Diensten wie Netflix oder Amazon Prime abgelöst wurden, könnte das Gleiche im Bereich der Fortbewegung passieren. Es könnten zwei Dinge eintreten. Wir werden eine riesige Flotte von Autos haben, die uns von zu Hause abholt, zur Arbeit bringt, in den Supermarkt fährt und so weiter. Und das andere ist, dass wenn wir dieses Auto besitzen und es abbezahlt haben, wird es uns viermal so viel kosten, dieses Auto nur zu besitzen um es zu unterhalten, als wenn wir es als Gemeinschaftsfahrzeug nutzen. Ich persönlich genieße die große Freiheit ein eigenes Auto zu nutzen. Die große Frage ist, bin ich und mit mir genügend Menschen bereit dieses Privileg aufzugeben und auf ein Gemeinschaftsfahrzeug umzusteigen? 

 

 

Diese Kopplung dieser Werte ist allerdings erst seit etwa 60 Jahren und anderswo noch nicht einmal so lang zu beobachten. Deshalb liegt der Gedanke nahe, dass wir solche Dinge wie den Status und die Freiheit und die Unabhängigkeit auch wieder von unseren Autos abkoppeln können. Und wenn wir ehrlich sind, ist diese Kopplung auch nur durch die Werbung entstanden.

Zukunftsblick in unsere Städte in 2040

Der viele Platz, der durch 1 Mrd. Fahrzeuge weniger auf unseren Parkplätzen und unseren Straßen entstehen würde, könnte zu innerstädtischem Gemüseanbau genutzt werden. Oder in stillgelegten Parkhäusern könnten Plantagen entstehen. Man stelle sich vor, es würden überall frische Lebensmittel auf unseren Dächern wachsen! Dies alles würde zu einer viel gesünderen Umwelt beitragen. Wenn sich unsere Kinder in Zukunft dazu entscheiden in einer Stadt zu leben, dann könnte diese Stadt in etwa so aussehen. Es könnte eine Stadt sein mit vielen öffentlichen Parks, sozialen Lebensmittelprojekten und umweltfreundlichen Verkehrsnetzen. Gleichzeitig wird das Gemeinschaftsgefühl gefördert und keiner vermisst die vielen genervten Autofahrer.

 

Zukunftsblick Klimawandel 2040

Wie ich herausgefunden habe, dass Lobbyisten dafür verantwortlich gemacht werden können, dass große Teile der Bevölkerung glauben, der Klimawandel sei nicht real? Sehr unschön!

Ich bin unter anderem studierte Geowissenschaftlerin und ich hörte einige Pflichtveranstaltungen an der Uni, in denen immer wieder die Rede davon war, dass der Klimawandel nicht real sein soll. Ich war geschockt, denn ehrlich gesagt erfuhr ich erst vor kurzem, dass große Firmen wie Exxon zum Beispiel massiv dazu beitragen, dass solche Falschmeldungen über den Klimawandel verbreitet werden. Und mein Professor in den damaligen Vorlesungen war vor seiner Zeit an der Uni bei Exxon. Kein Wunder also. Das muss man sich aber mal vorstellen!

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